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27 Sep 2018
Datum: Donnerstag, 27. September 2018

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Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen



(c) THM
(c) THM

Die Entwicklung eines multifunktionalen vollelektrischen kommunalen Nutzfahrzeugs ist Ziel eines Forschungsprojekts an der TH Mittelhessen. Dessen Leiter sind die Friedberger Professoren Dr. Alexander Kuznietsov und Dr. Udo Jung vom Kompetenzzentrum Automotive, Mobilität und Materialforschung. Sie kooperieren dabei mit der Hako GmbH, einem Unternehmen der Reinigungs- und Kommunaltechnik, und Edag Engineering, einem Ingenieurdienstleister für die Automobilindustrie. Weitere Partner sind die Gemeinde Ortenberg und die Wirtschaftsförderung Wetterau. Das Land Hessen unterstützt das Vorhaben mit 490.000 Euro.

Als kommunale Nutzfahrzeuge bezeichnet man Maschinen zum Beispiel für Straßenreinigung, Winterdienst oder Grünflächenpflege. Hersteller sind kleine und mittelständische Unternehmen. Für Automobilkonzerne ist der Nischenmarkt nicht attraktiv. Vorteile der Elektrifizierung sind unter anderem die Vermeidung lokaler CO2-Emissionen und eine geräuscharme Arbeit. Da keine Abgase entstehen, dient der Einsatz von Elektrofahrzeugen auch dem Arbeitsschutz.

„Eine Umrüstung kommunaler Nutzfahrzeuge auf Elektroantrieb ist völliges Neuland“, so Udo Jung. Vor allem durch die Batterien steigt das Fahrzeuggewicht um bis zu einer halben Tonne. Die Nutzlast sinkt dadurch um ein Drittel. Die Partner wollen deshalb bewährte Prinzipien und Materialien des Leichtbaus für Fahrzeugrahmen, Fahrwerk und modulare Front- und Heckanbauten einsetzen, um die Gewichtsnachteile auszugleichen und so ein Fahrzeug mit praxistauglicher Reichweite und Arbeitsleistung entwickeln.

„Ein zentrales Energiemanagement-System soll die Gesamtladezeit der Nutzfahrzeugflotte optimieren. Fahrzeugspezifische Daten werden dafür an einen zentralen Rechner übermittelt. Batterieladezustand und -alter, Einsatzzeiten des Fahrzeugs, aktuelle Strompreise, Kapazitäten des Stromnetzes sind die Datenbasis dafür, Ladevorgang und Flotteneinsatz effizient zu gestalten“, erläutert Alexander Kuznietsov.

Zusätzlich soll ein Photovoltaik-Modul die Solarenergie nutzen.

Basis der Entwicklungsarbeit ist ein konventionelles Nutzfahrzeug von Hako. Als Antriebskomponenten sind serienreife Bauteile renommierter Hersteller vorgesehen. Die Stadt Ortenberg berät die Wissenschaftler und wird Pilotanwender sein. Das neue Fahrzeug wird dort bei der Pflege von Friedhöfen, Spielplätzen, Parkanlagen und in der Landschaftspflege praktisch erprobt.

Projektergebnis soll ein Fahrzeug als technisches Muster mit rein elektrischem Fahrantrieb in Leichtbauweise sein. Die Entwicklung von Prototyp und Serienfahrzeug schließt sich an.
Das Forschungsvorhaben läuft zwei Jahre. Die Gesamtkosten betragen 776.000 Euro. Es wird im Rahmen des Förderprogramms „Elektromobilität in Hessen“ unterstützt.

Quelle: www.thm.de